Durchbruch: 7 GRÜNE im Bündner Parlament
11.7.2026: Was ein mutiges Vorhaben war, hat sich zu einem sagenhaften Erfolg entwickelt: Neben den bisherigen zwei wurden am 14. Juni fünf neue GRÜNE Grossrät:innen gewählt! Damit sind wir bis 2030 mit vier Frauen und drei Männern im Grossen Rat vertreten.
Die Erfolgsstory begann 2022, mit den ersten Proporzwahlen für den Grossen Rat, wofür die Linke in Graubünden über 100 Jahre gekämpft hatte. Im Juni 2022 schafften es Anita Mazzetta und Simon Gredig als erste GRÜNE überhaupt ins Kantonsparlament, gemeinsam mit der SP.
Beflügelt vom Wahlerfolg von Simon Gredig, der es im Juni 2024 im ersten Wahlgang auch in die Stadtregierung von Chur schaffte, wagten wir es, dieses Frühjahr mit einer eigenen Grossratsliste anzutreten. Das Ziel: Fraktionsstärke. Mit 5.41% der Stimmen und den 7 Sitzen haben wir jetzt gleich beide Hürden überraschend elegant genommen: Es braucht mindestens 3% für den Parlamentseinzug und 5 Sitze für die Fraktionsbildung.
Was uns gelang, ist ein grüner Coup, der nur dank 53 Kandidierenden in 17 der 39 Wahlkreise möglich wurde. Ihnen und all den Helfer:innen danken wir herzlich für das intensive Engagement. Kandidat:innensuche und Wahlkampf wäre ohne unsere allererste und begeisternde Parteisekretärin Lydia Tobler nicht möglich gewesen, die monatelang pausenlos agierte und organisierte, improvisierte und motivierte.
Was nun folgt, ist Knochenarbeit. Im neu gewählten Kantonsparlament sitzen weiterhin 27 Vertreter:innen von SP und uns GRÜNEN gegenüber sieben Vertreter:innen von der GLP und 86 aus SVP, Mitte und FDP, die zudem durchs Band viel mehr Männer als Frauen stellen. Den grössten Wahlerfolg hat die SVP eingefahren. Sie ist von 25 Sitzen auf 35 gewachsen. Am gleichen Wahltag hat sie auch erstmals seit 18 Jahren wieder einen Regierungsratssitz erhalten, mit der Davoserin Valérie Favre Accola. Die von uns unterstützte GLP-Kandidatin Nora Saratz Cassin lag etwas abgeschlagen hinter ihr. Wenn die wieder gewählten, bisherigen vier Regierungsrät:innen, darunter der von uns unterstützte Peter Peyer (SP), erwartungsgemäss ihre Departemente nicht wechseln, wird die SVP dem Umweltschutz Sorge tragen müssen.
Es gilt also trotz Verdreifachung der Parlamentssitze viel GRÜNE Überzeugungskraft und emanzipatorische Muskeln zu zeigen, um im Bündner Grossen Rat das zweite Viertel des 21. Jahrhunderts entwicklungsorientiert einzuläuten. Im weitläufigen und wirtschaftlich unterschiedlich geprägten Bergkanton drohen die entscheidenden Metathemen Erstwohnungsnot und Gesundheitsversorgung, Klimaschutz und Energieproduktion, Tourismuswandel, Landschaftsübernutzung und Biodiversitätsstärkung unkoordiniert zu bleiben.
Die 7 Gewählten
- Anita Mazzetta, Kreis Chur, bisher
- Caroline Huber, Kreis Ilanz
- Flavia Brüesch, Kreis Chur, dort auch Gemeinderätin (Legislative)
- Jahzara Crameri, Kreis Fünf Dörfer
- Cédric Kleeb, Kreis Trin
- Nicolas Zogg, Kreis Rhäzüns
- Simon Gredig, Kreis Chur, bisher, dort auch Stadtrat im Departement für Bau, Planung und Umwelt